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Heute surfte ich auf die Seite von 20q.net , auf der man gegen ein Programm antritt, das versucht herauszufinden, welchen Begriff man sich soeben ausgedacht hat. Ich denke mir also einen Begriff aus – sagen wir “E-Gitarre” oder “Fenchel” – und das Programm versucht eben diesen Begriff mittels maximal 20 Fragen herauszufinden. Man bekommt also eine Frage, z.B. “Ist es größer als ein Brotlaib” und muss auf die passendste Antwort klicken (z.B. ja, nein, manchmal, teils, eher nicht, usw. – siehe Abbildung unten). In meinem Fall kam die auf einem neuralen Netz basierende Software tatsächlich nach 19 Fragen auf die richtige Antwort “E-Gitarre”, was mich doch erstaunte, da die Fragen bis dahin noch wenig nahe dran zu sein schienen (“Ist es flach?”, “Wird es heiß?”,…) . Einfach mal ausprobieren, war recht kurzweilig.

–> Klick hier zu 20q.net (öffnet in neuem Fenster)

Kurze Anleitung: zunächst Sprache auswählen (“auf deutsch denken”), Geschlecht, Alter und Land eingeben, schon geht’s los.

Einfach die beste Antwort anklicken, nach 20 Fragen muss das Programm den Begriff herausgefunden haben.

Einfach die beste Antwort anklicken, nach 20 Fragen muss das Programm den Begriff herausgefunden haben.

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Seit langer Zeit sind sich alle Eltern einig, dass die Computerspiele ihrer Kinder nur Zeitverschwendung sind. Viel besser wäre all diese Zeit darin investiert, etwas für die Schule zu tun oder zumindest einmal ein “richtig gutes” Buch zu lesen (was bestimmt wiederum gut für die schulischen Leistungen wäre), stimmt’s?

Wenngleich ich selbst wirklich kein Computerspieler bin (“das besser nicht auch noch…”), fand ich das folgende Gedankenexperiment höchst interessant, das vom US-Autor Steven Johnson in seinem Bestseller Everything Bad is good for you beschrieben wird. Ich selbst stieß darauf bei der Leküre des sehr  zu empfehlenden Buchs Wir nennen es Arbeit von Holm Friebe und Sascha Lobo. Johnson vertritt die These, dass viele Aspekte der heutigen Jugendkultur nicht – wie meist behauptet – geisttötend sind, sondern durchaus förderlich für Auffassungsgabe und Intelligenz. Das erwähnte Gedankenexperiment fragt, was wäre, wenn zuerst Computerspiele und erst danach der Buchdruck erfunden worden wäre. Da ja Neues meist argwöhnisch betrachtet wird, käme es laut Johnson vermutlich bald zu Äußerungen wie die folgenden:

“Bücher unterforden chronisch die Sinne. Entgegen der langen Tradition der Computerspiele – die Kinder in lebendige, dreidimensionale Welten voll von bewegten Bildern und musikalischen Eindrücken entführen, durch die sie mit komplexen Muskelbewegungen steuern – sind Bücher einfach nur eine Aneinanderreihung von Wörtern auf einer Seite. Nur ein kleiner Teil des Gehirns wird dadurch aktiviert, während Computerspiele das gesamte Spektrum sensorischer und motorischer Hirnfunktionen ansprechen. Hinzu kommt, dass Bücher auf tragische Weise einsam machen. Während Spiele junge Menschen seit geraumer Zeit dazu bringen, gemeinsam mit ihren Freunden eigene Welten zu bauen und zu erkunden, zwingen Bücher sie in die Abgeschiedenheit eines ruhigen Ortes, abgeschottet vom Rest der Welt. Diese neu entstandenen ‘Büchereien’, die das Lesen anregen sollen, bieten ein beängstigendes Bild: Dutzende von Kindern, die normalerweise einen regen und lebhaften Austausch pflegen, versenken sich stumm und apathisch in die Lektüre …”

Computerspiele = Zeitverschwendung?

Dieses Gedankenexperiment macht uns deutlich, wie wichtig eine vorurteilsfreie Herangehensweise ist, insbesondere bei komplexen Sachverhalten, die nur schwer in ihrer Gesamtheit zu erfassen sind. Allzu schnell verfestigen sich Pauschalurteile und Halbweisheiten. Wer weiß schon, was eine Sache auf lange Sicht für Konsequenzen hat?

Die fortschreitende Digitalisierung unseres gesamten Lebens ist eine der größten Umwälzungen, mit der die Menschheit jemals konfrontiert war. Und wer weiß, was im Leben unserer Kinder in einigen Jahrzehnten entscheidend sein wird? Warum maßen wir uns also an – wir, die teilweise nichtmalsr skypen noch SMS-en können, weder auf Facebook noch Myspace zu finden sind und den Unterschied zwischen einem Blog und einer Wiki nicht kennen – unseren Kindern zu erzählen, was für sie gut und was schlecht sein wird?

Dieses Blog is übrigens noch recht jung, so dass ich mich noch immer über jedes einzelne Feedback bzw. Kommantar freue. Fanden Sie diesen Artikel hilfreich oder haben eine andere Anregung, so nutzen Sie doch die Kommentar-Funktion unter diesem Artikel. Das dauert nur wenige Sekunden, es ist weder eine Registration noch die Angabe einer eMail notwendig.

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