Archiv für die Kategorie: “Schule und Lernen”
Forrest Gump – ein Film über einen Idioten mit einem IQ von 75 und wie er das Leben meistert – war ein Film, von dem ich wenig erwartet hatte, der mich dann aber doch gleich begeisterte. Seit dem zähle ich Forrest Gump zu meinen persönlichen Helden (ich verfüge sogar über eine stattliche Anzahl an Forrest-Gump-Zitaten zum gelegentlichen In-Die-Runde-Werfen). Warum? Möchte ich vielleicht auch ein Idiot sein, oder was?
Tatsache ist, dass – vom niedrigen IQ einmal abgesehen – Forrest Gump uns vormacht, wie man leben und handeln sollte. Selbst viele der etwa vom Zen-Buddhismus angestrebten Wesenmerkmale auf dem Weg zur Erleuchtung lebt Forrest Gump uns vor wie kaum ein anderer.
Kürzlich stieß ich sogar auf ein Buch namens Das Forrest-Gump-Prinzip von Renate Schmidt, welches sich gerade dieser Eigenschaften und Lebensweise widmet. Diese sind im Einzelnen:
- Einfachheit des Denkens: Dinge so sehen, wie sie sind, ohne sie durch erworbene Konzepte gefiltert wahrzunehmen
- Durchhaltevermögen: Dinge bis zum Ende durchziehen
- Klarheit des Handelns: geradliniges, effektives Handeln
- Konzentration auf eine Sache: Wie ein Zen-Meister sagte: “Wenn ich esse, dann tue ich nichts als essen, wenn ich schlafe, dann schlafe ich.” Wenn Forrest Gump läuft, dann läuft er, wenn er Pingpong spielt, dann spielt er nur Pingpong.
- Kein Streben nach persönlichem Erfolg: Ehre und Ruhm mögen angenehm sein, doch müssen sie von selbst kommen, ohne dass man danach strebt.
- Authentizität: Immer man selbst bleiben, nie vorgeben, anders zu sein als man ist.
Eine weitere Aussage des Films übrigens: Wenn man derart lebt und handelt, stellt sich Erfolg quasi als Nebenprodukt von selbst ein. Nicht nur Forrest-Gump wird so zum Millionär, zum Träger der Ehrenmedaille, zur Berühmtheit, auch unser Leben wandelt sich automatisch zum Guten, wenn man nur “unmittelbar “und aufrichtig handelt.
Einige Zitate:
Lt. Dan: “Um Geld müssen wir uns nie mehr Sorgen machen.” – Forrest Gump: “Das ist gut, eine Sorge weniger.”
Lt. Dan: “Ich war jemand, ich war … Lieutenant Dan.” – Forrest Gump: “Sie sind doch immer noch Lieutenant Dan.”
“Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie, was man bekommt.”
“Dumm ist, wer Dummes tut.”
Hier ein Direkt-Link zu Amazon mit weiteren Informationen über das besagte Buch:
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Die Sendung Frauentausch auf RTL2 ist sicherlich fast jedem ein Begriff: Für 10 Tage tauschen zwei Frauen ihr Leben samt Familie und Umfeld, wobei alle Höhen und Tiefen dieser Erfahrung von der Kamera dokumentiert werden.
Davon abgesehen, dass die Sendung mitunter recht kurzweilig und unterhaltsam ist, möchte ich hier einmal eine Lanze für sie brechen, da sie meiner Meinung nach Einblicke einerseits in die menschliche Psyche und anderseits in die Mechanismen und Prinzipien der aktuellen Fernsehuntehaltung bietet wie kaum ein anderes Format. Klar, auch Reaktionen auf Extremsituationen etwa in einem Jungle-Camp können aufschlussreich und unterhaltsam sein, doch gerade im Familienbereich werden fundamentale Einstellungen, Sichtweisen und Reaktionsmuster und die individuellen diesbezüglichen Unterschiede extrem deutlich. Gerade Pädagogen und Lehrer, die ja mit Menschen aus allen Schichten und Gruppierungen konfrontiert sind und mit diesen arbeiten müssen, können hier wertvolle Einsichten in die Ursachen für tiefverwurzelte Verhaltensmuster ihres Klientels gewinnen.
Schule und Lernen in verschiedenen Elternhäusern
So stellt man schon nach dem Studium nur weniger Folgen fest, dass gerade hinsichtlich Erziehung und der Einstellung des Elternhauses gegenüber Schule und Lernen gewaltige Unterschiede zu verzeichnen sind. Klar, dass ein “besseres Elternhaus” mehr Wert auf Bildung legt, hätte man sicherlich auch so vermutet, doch bekommt man anderseits auch Eltern von “ganz unten” zu Gesicht, für die Schule sehr wichtig zu sein scheint. Allerdings finden sich fast immer gravierende Unterschiede in der Herangehensweise an die Förderung des eigenen Nachwuchses: Während durchaus auch einfach gestrickte Mitmenschen ihre Kinder regelmäßig zum Lernen zwingen und manchmal – scheinbar meist die Mütter und nur selten die von der Maloche oder der Play Station gestressten Väter – auch mit ihnen gemeinsam pauken (so möchte ich mal dieses sturre Abfragen bezeichnen im Sinne von “Wenn du zwölf mal sechs Dinger hast, na, wieviel hast du dann?”) , gehen Intelektuelle häufig ganz anders an diese Aufgabe heran: Sie basteln mit ihren Kindern oder gehen mit ihnen durch den Wald spazieren und erklären ihnen beiläufig Dinge, die die Kinder gerade dabei wissen wollen oder interessant finden. Dieses “natürliche” Lernen befriedigt die angeborene Lernbereitschaft und Neugier von Kindern, die das Wissen wie ein Schwamm begierig aufsaugen. Außerdem finden gerade durch derartige Tätigkeiten Kinder zu einer Ausgeglichenheit, die überhaupt Lernen erst ermöglicht.
 Werden diese Woche in Frauentausch wieder Tränen fließen?
So sieht man regelmäßig intelektuelle Mütter, die in der Gastfamilie der Plattenbausiedlung in Wanne-Eickel geradezu missionarisch mit den normalerweise vor der Glotze hängenden Kleinkindern mit Fingerfarben malen, um dem einheimischen Familienvater zu demonstrieren, was bei seiner Familie im Argen liegt. Dabei ist leider all zu oft eine gewisse Arroganz und ein von oben herab Behandeln seitens der sich intellektuell überlegen fühlenden Tauschmutter zu beobachten.
Die Rollenverteilung bzgl. intelektuell über- und unterlegen stellt sich fast immer direkt auf Anhieb ein. Ein Punkt, in dem die Auffassungen oft extrem auseinander gehen, ist übrigens immer wieder die Hygiene. Da ekelt sich die eine über die Flecken in dem ihr zugewiesenen Bett, da verkündet die andere, wie wichtig ihr Sauberkeit sei, während der Siff von ihren Küchenschränken herabzutropfen beginnt. Es scheint allerdings keine direkte Relation zwischen Sauberkeitsanspruch und Intellekt zu geben: so sieht man gleichermaßen die siffige Bollerschlampe wie die scheinbar nur in esoterischen Welten jenseits des normalen Alltags schwelgende Reiki-Lehrerin.
Leider bekommt man auch etliche Eltern zu Gesicht, die offensichtlich Null Bock auf ihre Kinder haben und nur von “Party machen” oder “mal Ruhe haben müssen” reden (nachdem sie sich den ganzen Nachmittag vor ihrer Play Station mental auf die für vermutlich den folgenden Tag anstehende Arbeitssuche vorbereitet haben ). Natürlich gibt es aber auch in ärmlichen Verhältnissen lebende Eltern, denen ihre Kinder tatächlich am Herzen liegen. Leider ist hier oftmals eine totale Hilflosigkeit das Problem. Man scheint zu denken, dass durch gezwungenes Lernen die schulischen Leistungen der Kinder zu verbessern seien und wundert sich, dass die gestresst wirkenden Kinder daran weder Interesse zu haben scheinen noch mit spürbaren Lernzuwachs gesegnet sind.
Arroganz und Unfähigkeit
Bei den intellektuell Überlegenen, besonders bei den nennen wir sie mal Halbintellektuellen, ist wie gesagt häufig eine Form von Arroganz zu beobachten. Was fehlt ist was im Buddhismus als Mitgefühl bezeichnet wird: Statt sich über die offensichtlichen Probleme und Mängel anderer zu erheben, ist man doch gerade als Intellektueller verpflichtet, hinter die Dinge zu sehen und die Mechanismen wie Unsicherheit, Hilflosigkeit, schwere eigene Kindheit usw. zu erkennen, die dazu führen, dass manche Menschen nur so leben können, wie sie halt leben.
Erkenntnisse für Lehrer und Pädadgogen
Für mich als Lehrer helfen derartige Szenen zu verstehen, warum viele Kinder an unseren Schulen sich derart schwer tun. Letztlich scheint ein großer Teil der Kinder “energetisch gestört” zu sein (um hier mal den aus der traditionellen chinesischen Medizin stammenden Ansatz zu zitieren, bei dem sämtliche Störungen der Gesundheit bzw. des mentalen Optimalzustandes als Störungen im Fluss der Energie interpretiert werden). Ursachen sind die bedrückenden und naturfernen Lebensumstände im zu Hause der Kinder bzw. das Vorbild der ebenfalls energetisch gestörten Eltern. Eine Atmosphäre, die von gegenseitiger Achtung und Gleichberechtigung (jawohl, ich meine durchaus zwischen Eltern und Kindern als gleichberechtigte Familienmitglieder zumindest hinsichtlich gewisser Dinge) scheint unter deutschen Dächern selten zu sein, ebenso scheint eine gesunde Ernährung, bei der tatsächlich mal etwas der Natur Entstammendes gegessen wird, vielerorts unüblich zu sein (wobei manche doch tatsächlich meinen, dass das, was aus einigen Konserven und Gewürzmischungen zusammengebraut wird, gesund sei, da es zumindest nicht das an anderen Tagen verschlungene Fertig-Fast-Food ist).
All das Gerede über die schlechten Ergebnisse irgendwelcher Pisa-Studien geht meist an den eigentlich Ursachen vorbei, die nämlich meiner Erfahrung nach nur bedingt in der Schule zu suchen sind, sondern stattdessen vielmehr in der gerade beschriebenen heimischen Lebenswirklichkeit der Kinder.
Was kann man also tun? Als Eltern gibt es nichts Wichtigeres und Entscheidenderes, als Zeit für die Kinder zu haben und ihnen entspannte Aufmerksamkeit zu widmen. Übrigens werden dadurch selbst die “schlimmsten” Kinder am ehesten ruhig und ausgeglichen, so dass auch die Eltern überhaupt zu dieser entspannten Geisteshaltung gelangen können. Bei derartig aufwachsenden Kindern klappt das mit der Schule dann vermutlich ganz von allein, wenn letztlich doch nicht, gehen die Kinder vielleicht aufgrund der Vorstellung, man könne fehlendes Potential durch entsprechenden Fleiß stets kompensieren, einfach auf die falsche Schulform, auf der sie überfordert sind. Schließlich kann nicht jeder Abitur machen, manchen liegen halt andere Dinge mehr.
Auch als Lehrer ist es wichtig, durch die eigene Ausgeglichenheit ausgleichend auf diese Kinder zu wirken und an ihnen das vorzuleben, was es im Elternhaus nicht zu geben scheint.
Unser Fernsehen
Nun aber wieder zurück zu Frauentausch, schließlich hatte ich oben noch von möglichen Einsichten in die Wirkungsweise moderner Fernsehunterhaltung gesprochen. Zunächst entscheidet ja RTL2 darüber, welche zwei Mütter tauschen, welche zwei Welten also aufeinander prallen sollen. Dadurch wird versucht, gängigen Klischees zu entsprechen bzw. diese zu schüren. Da man außerdem ja nicht die ganzen 10 Tage gezeigt bekommt, sondern nur kurze Ausschnitte, wählt RTL2 natürlich bewusst aus, welche Reaktionen die Nation zu Gesicht bekommt und welche nicht. Allein hierdurch kann künstlich entweder ein solcher oder vielleicht gar ein gegenteiliger Eindruck erzeugt werden.
Man frage sich auch, welche Auswirkung das Zurschaustellen auf die vielleicht bisher innerhalb ihres beschränkten Horizonts einigermaßen zufrieden vor sich hinlebenden Tauschmutter oder ihre Familienangehörigen haben mag, nachdem öffentlich demonstriert wurde, wie naiv, ungebildet, siffig, eklig, faul, unmenschlich oder abartig sie in den Augen anderer sind. Aber natürlich ist gerade diese Form von Voyeurismus das Geheimnis all dieser Serien: Der Zuschauer möchte keine Harmonie und keine Lösung von Konflikten sehen, sondern am liebsten das unbarmherzige Aufeinanderprallen, am besten mit der psychischen Vernichtung des Schwächeren, was hier von RTL2 mitunter elegant zelebriert wird.
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Heute surfte ich auf die Seite von 20q.net , auf der man gegen ein Programm antritt, das versucht herauszufinden, welchen Begriff man sich soeben ausgedacht hat. Ich denke mir also einen Begriff aus – sagen wir “E-Gitarre” oder “Fenchel” – und das Programm versucht eben diesen Begriff mittels maximal 20 Fragen herauszufinden. Man bekommt also eine Frage, z.B. “Ist es größer als ein Brotlaib” und muss auf die passendste Antwort klicken (z.B. ja, nein, manchmal, teils, eher nicht, usw. – siehe Abbildung unten). In meinem Fall kam die auf einem neuralen Netz basierende Software tatsächlich nach 19 Fragen auf die richtige Antwort “E-Gitarre”, was mich doch erstaunte, da die Fragen bis dahin noch wenig nahe dran zu sein schienen (“Ist es flach?”, “Wird es heiß?”,…) . Einfach mal ausprobieren, war recht kurzweilig.
–> Klick hier zu 20q.net (öffnet in neuem Fenster)
Kurze Anleitung: zunächst Sprache auswählen (“auf deutsch denken”), Geschlecht, Alter und Land eingeben, schon geht’s los.
 Einfach die beste Antwort anklicken, nach 20 Fragen muss das Programm den Begriff herausgefunden haben.
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Ein interessantes Buch, das ich kürzlich gelesen habe, ist Open Focus Aufmerksamkeitstraining von Les Fehmi und Jim Robbins. Wie der Untertitel “Durch Aktivierung des Alphazustandes zu Gesundheit und Kreativität finden” vermuten lässt, handelt dieses Buch von einer Entspannungstechnik, die von Les Fehmi in jahrzehntelanger Forschung am Princeton Biofeedback Center entwickelt und fortlaufend verfeinert wurde.
Biofeedback bezeichnet dabei allgemein Methoden, bei denen versucht wird, den aktuellen körperlichen oder geistigen Zustand des Menschen zu verändern. Hierbei versucht man, durch Vorstellung oder Konzentration eine Veränderung herbeizuführen, wobei man unmittelbar die Stärke der Veränderung mit einem geeigneten Gerät kontrollieren kann. Ein Beispiel wäre also, dass man versucht, die Frequenz des Herzschlags zu verringern und man hierzu den eigenen Herzschlag hörbar macht (das wäre das Feedback), was sowohl zur Kontrolle dient als auch zur fortlaufenden Verfeinerung der angewandten Technik führt, bis diese letztlich zum gewünschten Ergebnis führt – hier zur hörbaren Verringerung der Herzfrequenz.
Les Fehmi erforschte ursprünglich Alphawellen, das sind niederfrequente Wellen der Gehirnaktivität im EEG. Alphawellen werden normalerweise im tiefentspannten Zustand erzeugt, wenn das Gehirn nicht auf eine einzelne Tätigkeit fokussiert ist. Arbeiten zudem noch beide Gehirnhälften zusammen, kommt es zu sogenannten phasensynchronen Alphawellen, und um gerade diese geht es bei der Methode von Fehmi. Er stellte nämlich irgendwann fest, dass nachdem er im Labor im Rahmen seiner Forschungen einige Zeit in diesem Zustand war, er sich anschließend oft noch tagelang völlig anders fühlte, nämlich entspannter, ausgeglichener, aber auch aufmerksamer und insgesamt glücklicher.
Also entwickelte er Verfahren, um diesen Zustand der Alphawellen zuverlässing zu erzeugen, was sich zunächst schwierig gestaltete, da je mehr man sich bemüht, in diesen Zustand zu gelangen, es umso schlechter funktioniert. Schließlich fand er heraus, dass bestimmte Vorstellungen von “Raum” – im Körper oder um ihn herum – am zuverlässigsten zu dem gewünschten Ergebnis führten. Man stelle sich also Dinge vor wie den Raum zwischen den Augäpfeln oder den Raum zwischen den Fingern, und die bloße Konzentration auf diese Visualisierung im entspannten Zustand bewirkt die Zunahme der Alphawellen.
Was ich dabei interessant finde, ist, dass er zu denselben Erkenntnissen kommt, wie sie auch in asiatischen Methoden wie Qigong oder Meditation zu finden sind, nur dass er halt eine “westliche” Herangehensweise benutzte. Auch seine Methode bewirkt die gleiche Selbstregulation des Körpers und das gleiche “Flow”-Gefühl wie beispielsweise buddhistische Meditationstechniken.
Dem Buch liegt eine CD bei, mit der man diese Technik selbst anwenden kann, ohne dass eine Einweisung durch einen Lehrer erforderlich ist. Man wird auf der CD aufgefordert, sich dies oder jenes lediglich vorzustellen, was in Kombination mit der vorsichtigen Wortwahl und Intonation zum gewünschten Ergebnis führt.
Nach Fehmi hat dieses Aufmerksamkeitstraining höchst positive Auswirkungen nicht nur auf verspannte Muskeln, sondern auch auf mentale Störungen wie z.B. ADS oder ADHS bei Kindern, so dass diese in der Schule wieder deutlich bessere Leistungen erzielen können.
Mehr Informationen findet man etwa bei Amazon, wohin man über den folgenden Bild-Link gelangt.
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Seit langer Zeit sind sich alle Eltern einig, dass die Computerspiele ihrer Kinder nur Zeitverschwendung sind. Viel besser wäre all diese Zeit darin investiert, etwas für die Schule zu tun oder zumindest einmal ein “richtig gutes” Buch zu lesen (was bestimmt wiederum gut für die schulischen Leistungen wäre), stimmt’s?
Wenngleich ich selbst wirklich kein Computerspieler bin (“das besser nicht auch noch…”), fand ich das folgende Gedankenexperiment höchst interessant, das vom US-Autor Steven Johnson in seinem Bestseller Everything Bad is good for you beschrieben wird. Ich selbst stieß darauf bei der Leküre des sehr zu empfehlenden Buchs Wir nennen es Arbeit von Holm Friebe und Sascha Lobo. Johnson vertritt die These, dass viele Aspekte der heutigen Jugendkultur nicht – wie meist behauptet – geisttötend sind, sondern durchaus förderlich für Auffassungsgabe und Intelligenz. Das erwähnte Gedankenexperiment fragt, was wäre, wenn zuerst Computerspiele und erst danach der Buchdruck erfunden worden wäre. Da ja Neues meist argwöhnisch betrachtet wird, käme es laut Johnson vermutlich bald zu Äußerungen wie die folgenden:
“Bücher unterforden chronisch die Sinne. Entgegen der langen Tradition der Computerspiele – die Kinder in lebendige, dreidimensionale Welten voll von bewegten Bildern und musikalischen Eindrücken entführen, durch die sie mit komplexen Muskelbewegungen steuern – sind Bücher einfach nur eine Aneinanderreihung von Wörtern auf einer Seite. Nur ein kleiner Teil des Gehirns wird dadurch aktiviert, während Computerspiele das gesamte Spektrum sensorischer und motorischer Hirnfunktionen ansprechen. Hinzu kommt, dass Bücher auf tragische Weise einsam machen. Während Spiele junge Menschen seit geraumer Zeit dazu bringen, gemeinsam mit ihren Freunden eigene Welten zu bauen und zu erkunden, zwingen Bücher sie in die Abgeschiedenheit eines ruhigen Ortes, abgeschottet vom Rest der Welt. Diese neu entstandenen ‘Büchereien’, die das Lesen anregen sollen, bieten ein beängstigendes Bild: Dutzende von Kindern, die normalerweise einen regen und lebhaften Austausch pflegen, versenken sich stumm und apathisch in die Lektüre …”
 Computerspiele = Zeitverschwendung?
Dieses Gedankenexperiment macht uns deutlich, wie wichtig eine vorurteilsfreie Herangehensweise ist, insbesondere bei komplexen Sachverhalten, die nur schwer in ihrer Gesamtheit zu erfassen sind. Allzu schnell verfestigen sich Pauschalurteile und Halbweisheiten. Wer weiß schon, was eine Sache auf lange Sicht für Konsequenzen hat?
Die fortschreitende Digitalisierung unseres gesamten Lebens ist eine der größten Umwälzungen, mit der die Menschheit jemals konfrontiert war. Und wer weiß, was im Leben unserer Kinder in einigen Jahrzehnten entscheidend sein wird? Warum maßen wir uns also an – wir, die teilweise nichtmalsr skypen noch SMS-en können, weder auf Facebook noch Myspace zu finden sind und den Unterschied zwischen einem Blog und einer Wiki nicht kennen – unseren Kindern zu erzählen, was für sie gut und was schlecht sein wird?
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Ich liebe die Zahlenrätsel von Michael Pousen. DIese erscheinen seit vielen Jahren in der Fernsehzeitschrift Hörzu. Dieser Link bringt dich zu seiner Homepage, wo bei jedem Aufrufen/Reload der Seite eine neue Version dieses Rätsels erzeugt wird. Die Lösung wird dort ebenfalls angezeigt.
Da viele sicherlich schon beim Anblick dieser Rätsel in Panik geraten, möchte ich einmal für eins dieser Rätsel beispielhaft erklären, wie man es löst. Dieses Beispielsrätsel ist zwar ein ausgesprochen leichtes Exemplar, aber das Prinzip wird sicherlich deutlich. Hier kommt das Beispielsrätsel:

So, vom Aufbau sind sie immer gleich: insgesamt 9 zwei- bis vierstellige Zahlen sind über Rechenoperationen horizontal und vertikal verknüpft. Dabei steht für jede Ziffer ein Symbol, sprich es gibt 10 Symbole statt der 10 Ziffern 0 bis 9. Aufgabe ist natürlich herauszufinden, welches Symbol für welche Ziffer steht.
Zunächst schaue ich “mal über das Rätsel drüber” und suche nach Auffälligkeiten. Solche Auffälligkeiten werden z.B. durch die Ziffern 0 und 1 erzeugt. DIe Null lässt sich beispielsweise oft finden, indem man die letzten Ziffern der Additions- bzw. Subtraktionsaufgaben scannt: Hier sieht man etwa, dass der weiße Kreis (rot) plus dem dick umrandeten Kreis (grün) wieder den weißen Kreis ergibt (also a + b = a). Damit weiß man, dass der dick umrandete Kreis die Null sein muss.

Also ersetzen wir den dicken Kreis überall durch die Null:

Schauen wir uns weiterhin die jeweils letzten Stellen der Zahlen an (hier gelten die Rechengesetze direkt, da keine Überträge aus den nachfolgenden Stellen hinzukommen können). In der letzten Zeile gilt, dass blau mal grün Null ist, ebenso ist grün mal pink Null.

Damit bei einer Malaufgabe in der letzten Stelle eine 0 steht, gibt es für blau und grün nur die beiden Möglichkeiten (a) eine gerade Zahl mal die 5 - oder (b) irgendeine Zahl mal die Null. Möglichkeit (b) scheidet aus, da ja in diesem Falle dort das Symbol für die Null hätte stehen müssen, was aber nicht der Fall ist. Also bleibt nur (a), wobei die Reihenfolge (“gerade mal fünf” oder “5 mal gerade”) noch unklar ist. Da aber auch grün mal pink die Null ergibt, muss grün die Null sein, da andernfalls grün die gerade Zahl wäre, womit aber sowohl blau als auch pink die 5 wären, und beides geht nun mal nicht. Also, grün ist die 5. Ersetzen wir dieses Symbol überall durch die 5:

Schauen wir uns nun den geviertelten Kreis (grün) an, der relativ häufig auftritt. Da gilt: Zahl oben links + Zahl oben mitte = Zahl oben rechts, diese wiederum + Zahl rechts mitte = Fünftausend-irgendwas, folgt hieraus, dass der grüne Kreis nur eine 1 oder 2 sein kann. Wäre er nämlich die 3 oder größer, könnte unten nicht die 5xx0 stehen, denn zwei mal in der Reihe die 3 addierst wären schon sechs. Also 1 oder 2.

Schaut man sich dann die Zahl unten in der Mitte an und die darüber, in der 2. Zeile mitte, so sieht man, dass 2 nicht möglich ist, denn 25 mal 25x wären über 6250 (“mal” weil ich bei Geteiltaufgaben wie hier immer “umgekehrt” schaue), was viel zu groß wäre; es könnte nicht unten rechts die 5xx0 stehen. Also keine 2, sprich es ist die 1.

AbB jetzt ist das Rätsel praktisch geknackt: 15 mal 15x ergibt eine Zahl zwischen 2250 und 2385, da hier (oben mitte) die ersten beiden Stellen unterschiedliche Symbole sind, muss es halt 2310 sein:

Erste Zeile: 1xxx plus 2310 muss was mit Drei- oder Viertausend (falls Übertrag) sein, 3 ist schon weg, also bleibt nur 4. Damit ist oben rechts der weiße Kreis eine 6, da 6 + 4 = 10 ergibt (Null hinten). Der Rest ist kinderleicht, und es ergibt sich die folgende Lösung:

Dieses Beispiel war recht einfach, da viele Zahlen an “verrätersichen” Positionen vorkamen, ferner fehlte die 7 (es sind sonst fast immer alle Ziffern vertreten). Wie gesagt, auf der Homepage von Michael Pousen gibt es jedesmal ein neues solches Rätsel und ausprobieren kostet ja nichts. Am Anfang wird es wahrscheinlich etwas länger dauern, mit etwas Übung geht es dann deutlich schneller. Ich benötige einige Minuten bis maximal eine Viertelstunde. Viel Spaß beim Tüfteln!
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