ComputerTechnik

Audio-Streaming mit dem Internet-Radio IP-dio mini von dnt – Ein Erfahrungsbericht

Das IP-dio hat noch diverse Kinderkrankheiten, spielt aber auch die Formate WAV und Real
Das IP-dio hat noch diverse Kinderkrankheiten, spielt aber auch die Formate WAV und Real

Seit kurzem besitze ich dieses Internetradio. Allerdings war die Möglichkeit, Zehntausende von Radiosendern hören zu können, nur einer der Gründe, weshalb ich mir ein solches Gerät zulegte. Ich suchte nä¤mlich außerdem eine Möglichkeit, über die Stereo-Anlage im Wohnzimmer die komplette Musik-Library auf der Festplatte meines PCs abspielen zu können, welcher in einem Kellerraum steht – also das sogenannte Audio-Streaming innerhalb eines Netzwerks.

Die Idee dürfte klar sein: Schon bald wird man wohl sämtliche Musik, Videos / Filme, Fotos und andere Dateien auf einer zentralen Festplatte haben wollen und auf diese über verschiedene Abspielgeräte von verschiedenen Räumen aus zugreifen. Das geht natürlich mit jedem anderen PC, etwa mit dem Notebook oder meinem Netbook, aber anderseits will man vielleicht nicht das Notebook ständig neben der Stereo-Anlage stehen haben, um mal kurz Radio oder Musik hören zu können. Und da Internet-Radios ja über WLAN oder Netzwerk-Kabel (LAN) mit dem Internet – und damit mit dem Heim-Netzwerk – verbunden sind, sollte auch mit ihnen ein solcher Zugriff auf Musikdateien möglich sein. Soweit die Theorie…

Die Praxis

Zunächst musste ich feststellen, dass zwar fast alle Internet-Radios dieses Audio-Streaming zu beherrschen scheinen, aber schon bei den unterstützten Dateiformaten tauchten die ersten Probleme auf: die meisten können MP3 und WMA spielen, meine Musik aber ist größtenteils im nicht-komprimierten WAV-Format (warum sollte man auch auf Festplatte gerippte CDs in der Qualität reduzieren wollen?). Und WAV können scheinbar nur wenige – etwa die verschiedenen Modelle des deutschen Herstellers dnt.

Deren IP-dio Style fiel jedoch wiederum weg, da es keinen Line-Out-Ausgang hat, um es mit der Stereo-Anlage zu verbinden (nimmt man hierzu den Kopfhörerausgang, fängt man sich unnötige Klangverluste und Rauschen ein).

Aber das – mit einem Preis von 94,-€ bei Conrad – sogar günstigere IP-dio mini hatten diesen, dafür hat es allerdings nur einen kleinen Lautsprecher, so dass die darüber wiedergegebene Musik nur mono gehört werden kann (was beim Anschluss an die Stereo-Anlage aber egal ist).

Die Inbetriebnahme war im Prinzip einfach: aufstellen, anschließen (Netzteil, evtl Line Out), anschalten…

Das IP dio mini fand mein WLAN und bat mich um das zugehörige Passwort (dieses ist übrigens case sensitive (Groß-/Kleinschreibung), wie ich feststellen musste, nachdem ich mehrmals dass Passwort eingab, indem ich jeden einzelnen Buchstaben mittels Drehrad aus einer alphabetischen Liste auswählte).

Der Empfang von Radio-Stationen war kein Problem. Diese können aus einer Liste geordnet nach Standort oder  Genre gewä¤hlt werden. Der Klang über den eingebauten Lautsprecher ist für dessen Größe recht ordentlich. Dass übrigens fast alle Internet-Radiosender so „laut und breiig“ klingen, liegt nicht an der benutzten Datenkompression (meist MP3 mit 128 kb/s), sondern an der Dynamikkomprimierung, mit der jeder Sender versucht, lauter als seine Konkurrenten zu klingen.

Nun zum Audio-Streaming -das IP-dio mini bietet zwei Modi an: Einmal direkten Netzwerkzugriff auf freigegebene PC und deren Ordner, zum anderen auf UPnP-Server, also PCs, auf denen eine Musik-Administrationsoftware wie der MS Media Player 11 läuft, die den Wiedergabegeräten die Musik zuspielt.

Ich versuchte es zunächst mit dem ersten Modus. Erstes dicke Problem: Mein Notebook wurde zwar gefunden, nicht aber der PC mit der Musik in meinem Kellerraum. Diese Hürde ließ sich bisher nicht wirklich nehmen, ich habe allerdings mittlerweile herausgefunden, dass der PC gefunden wird, wenn der WLAN-Access-Point als DHCP-Server agiert – eine Rolle, die normalerweise mein DSL-Router übernimmt. Allerdings  „verliert“ es den PC oft wieder, wenn etwa das Notebook ausgeschaltet wurde.

Hat es den PC gefunden, sieht man eine Liste der freigegebenen Ordner. Wählt man einen an – z.B mein „Musik“-Ordner – so … stürzt das Gerät ab – jedes Mal! Scheinbar kommt es mit der großen Menge an Dateien in wiederum einer großen Menge Unterordner (auf mehren Ebenen nach dem Schema /Interpret/Album/ ) nicht zurecht – aber so ist das Leben nun Mal – man hat halt nicht nur 50 Songs sondern vielleicht Hunderte von CDs bzw. Alben!

Also probierte ich es mit kleineren Happen: Dann stürzte es zwar nicht ab und fand alle Songs, aber es zeigte die Unterordner nicht an, so dass alle Songs in einer einzigen langen Liste standen. Zudem waren die Titel nicht in alphabetischer Reihenfolge, sondern in scheinbar zufälliger. Mehr als unpraktisch!

In dieser Richtung klappte letztlich nichts so recht. Also versuchte ich den zweiten Modus (UPnP Server), wozu ich die Software Twonkymedia auf meinen PC installierte. In diesem Modus wird der PC gefunden und alle Songs lassen sich nach Interpret, Album oder Playlist ordnen, oder man wählt die Ordner-Struktur des PCs als Ansicht. So macht es Spaß und ich hatte letztlich das, was ich wollte.

Einige bleibende (kleinere) Kritikpunkte:

  • Man kann mit den Skip-Tasten von Lied zu Lied springen, aber man kann nicht damit spulen (fast forward/rewind). Diese Funktion fehlt völlig!
  • Die Fernbedienung sieht wenig robust aus und soll laut Amazon-Rezensionen schnell kaputt gehen.
  • Die Navigation durch verschiedene Menüs mittels der Back-Taste ist umständlich, man kommt manchmal nicht direkt dorthin, wohin man möchte.

Wenn man aber bedenkt, dass manchen Geräte erheblich mehr kosten, ist das IP-dio mini für mich noch in Ordnung. Insbesondere wenn man Formate wie WAV oder auch Real Audio wiedergeben möchte, ist dieses Gerät weit vorne.

Letztlich mag es sein, dass nach und nach alle Kritikpunkte durch Firmware-Updates beseitigt werden, welche sich das Gerät selbst aus dem Netz holt. Die Hotline ist übrigens gut erreichbar und ich sprach direkt mit einem Techniker, der sehr kompetent und hilfsbereit war.

Mehr Infos und Rezensionen findet man z.B. bei Amazon, wohin man über den folgenden Link direkt gelangt:

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