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Das anthropische Prinzip – Warum alles im Universum wie für uns geschaffen scheint

Steckt hinter den Dingen ein Schöpfer oder der Zufall?
Steckt hinter den Dingen ein Schöpfer oder der Zufall?

Man lernt früh in der Schule, dass hinter den Dingen unserer Welt mathematische Gesetze stehen und es ganz bestimmte konstante Größen gibt, wie etwa die Lichtgeschwindigkeit, die Masse eines Elektrons oder die Stärke der grundlegenden Kräfte wie Gravitation. Zunächst verwundert einen dies nicht weiter; schließlich müssen ja diese Konstanten irgendeinen Wert haben. Schon verwunderlicher ist allerdings, dass fast alle dieser Konstanten mit teilweise überraschender Genauigkeit gerade diesen Wert haben müssen, damit ein Universum entstehen kann, dass dem unseren zumindest grob ähnelt. Wäre etwa die Stärke einer der unser Universum zusammenhaltenden Grundkräfte (Gravitation, starke und schwache Wechselwirkung im Atom, elektromagnetische Kraft) auch nur wenige Prozent stärker oder schwächer, so lässt sich berechnen, dass nach dem Urknall die weitere Entwicklung des Universums einen völlig anderen Verlauf genommen hätte. Nach dem Entstehen der Materie in Form von Atomen kam es in unserem Universum beispielsweise zu „Verklumpungen“ aufgrund der Gravitation zwischen diesen Teilchen, die letztlich dafür sorgte, dass immer größere Ballen von Materie entstanden aus denen sich schließlich die einzelnen Galaxien bildeten. Mit auch nur etwas anderen Konstanten wäre all diese Masse entweder kurz nach ihrer Entstehung aufgrund von Anziehungskräften wieder in sich zusammen kollabiert zu einem schwarzen Loch oder einfach immer weiter auseinander geflogen ohne Klumpen zu bilden, so dass es heute nichts weiter gäbe als ein dunkles Universum (keine Klumpen = keine Sterne = kein Licht) mit allenfalls einigen umherschwirrenden Teilchen.

Das Merkwürdige ist also die Präzision der Abstimmung dieser Parameter. Tatsächlich muss das Universum genauso sein, wie es halt ist, damit in ihm überhaupt Leben entstehen kann. Es scheint wie extra geschaffen für die Entstehung höherer Lebensformen wie wir selbst. Dieser Umstand wird das „anthropische Prinzip“ genannt. Die Frage warum dies so ist, lässt Raum für Spekulation: Hat ein göttlicher Schöpfer die Welt extra für uns geschaffen? Oder ist dies nur eine einfache Konsequenz aus der Existenz unendlich vieler Paralleluniversen in einem Multiversum (was wohl derzeit die gängige Meinung unter Physikern zu sein scheint): es gibt derart viele Paralleluniversen mit allen denkbaren unterschiedlichen Parametern, dass es zwangsläufig irgendwo auch eins mit für uns passenden Werten geben musste, und dieses ist das unserige, während die meisten anderen halt leer sind und dort dementsprechend niemand existiert, der sich fragen kann, warum sein Universum gerade so ist, wie es ist?
Oder ist unser Universum doch nur eine Computersimulation, wie das Simulations-Argument von Nick Bostrom nahelegt?

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