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Powerline-Netzwerkadapter taugt für mich nichts

Heute habe ich zwei Netzwerkadapter von Netgear gekauft, Typ XETB1001 aus der Powerline-Serie, 79,- € bei Promarkt, mehr dazu auf den Seiten des Herstellers. Zur Erklärung: Damit kann man Netzwerkverbindungen zwischen zwei Rechnern einfach über das Stromnetz statt über Netzwerkkabel oder WLAN herstellen, sprich man steckt jeweils eins der Dinger in die dem Rechner nächstgelegene Steckdose und das Netzwerkkabel dann in diesen Adapter, die Strecke zum nächsten Rechner im Nebenraum oder in anderen Etagen des Hauses wird dann über das Stromnetz des Hauses zurückgelegt. Geniale Idee, keine Kabel durchs ganze Haus ziehen, keine WLAN-Bestrahung mehr, aber funktionert es auch?

Antwort: Morgen gehen die Dinger bei mir zurück…

Was war los? Von der Idee her ist die Installation kinderleicht, bloßes Einstöpseln, fertig. Dummerweise wollten sich die Dinger (eins im Keller, eins eine Etage höher im Wohnzimmer) nicht finden bzw. erkennen, nichts ging. In der Installationsanleitung stand was von wegen keine Steckdosenverteiler benutzen. Was denken die denn, wie viele freie Steckdosen ich überall noch habe??. Nach einigem Rumprobieren (andere Steckdose ging auch nicht, dann ohne Verteiler, und es ging) konnte ich eine Verbindung aufbauen. Freu!

Leider dauerte die Freude nicht lange, denn plötzlich war die Verbindung wieder futsch, nix ging mehr. Wenn es denn ging, war auch die Geschwindigkeit nicht die, die auf der Packung angegeben war (nämlich 85 MBIT, natürlich stand da schon „bis zu 85 MBIT“). Das mitgelieferte Konfigurationstool zeigte an, dass ich schwankend zwischen 20 und 40 MBIT erreiche. Das ist zwar schneller als mein altes 11MBIT-WLAN, aber kein Vergleich zu den 100MBIT, die ich derzeit per Kabel zum Rechner im Dachgeschoss habe (den hätte ich ggf. auch noch per Powerline verbunden, da das Kabel durchs Treppenhaus optisch nicht der Hauptgewinn ist).

Und was ist mit der reduzierten Strahlenbelastung durch Wegfall des WLAN zum Notebook im Wohnzimmer? Pustekuchen! Man google mal nach Powerline und Strahlung …

Da nämlich dem 230V-Netzstrom eine hochfrequente Welle aufmoduliert wird und da Stromkabel ja bekanntlich nicht abgeschirmt sind, werden alle durch die Wände des Hauses verlaufenden Stromleitungen zu Antennen, die eine Störstrahlung abgeben. Diese soll natürlich unterhalb irgendwelcher (ich vermute wie immer eher blödsinnigen) Richtwerte liegen, dennoch gibt es sie. Bei Versuchen mit Powerline in der Schweiz (hier allerdings mit Internetanbindung von außen durch das Stromnetz) kam es wohl zu epidemieartigen Hirnhautentzündungen, die Betreiber rückten dennoch keine Meßwerte heraus…

Da bleibe ich doch lieber beim WLAN, das funktioniert zumindest.

Fazit also: Für mich ein Flop

3 Gedanken zu „Powerline-Netzwerkadapter taugt für mich nichts

  1. Hab ich mir’s doch gedacht… Ich (u.A. im Support tätig) habe einen Kunden der mit 2 Computer ins Internet will. Dabei gibt es 3 Möglichkeiten, a) Kabel ziehen, b) WiFi, und c) Powerline Netzwerk. Nun versuche ich mein Wissen und meine Erfahrung einzubringen und will meinem Kunden aufzeigen, was für alternativen er hat, wobei ich nur auf (a) und (b) stehe, aber nichts von Powerline halte. Nun Kabel ziehen liegt schlicht nicht drin, da das Haus relativ gross ist und wir das Kabel quer durchs ganze Haus ziehen müssten. Vor WiFi haben sie tödlich Angst, da die Strahlung irgendwas….. und sie sind hell begeistert von Powerline, wo ich für mich den Punkt nicht finde, da ja Powerline das ganze Mauerwerk zum Strahlen bring… Ich danke für dein Blog, ich habe ihn ausgedruckt und werde ihn heute der Kundschaft zeigen, mal schauen ob ich sie zum WiFi oder Kabellegen bewegen kann…

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